Struwwelpeter

nmz, Roland Dippel 06.11,2019

Instagram-Poesie: Colemans Kammeroper „Ahead of Struwwelpeter“ in Brandenburg
Nach der umjubelten Eigenproduktion zeigen die Brandenburger Symphoniker mit dem Ensemble Quillo, das 2018 die Kammeroper „Ahead of Struwwelpeter“ bei Irene Dische und David Robert Coleman in Auftrag gab, dass sie ein erstklassiges Theatergen haben.

Es ist wirklich fast alles anders in der Adaption Irene Disches und David Robert Colemans polystilistischer Partitur mit ihrer ultimativ wirkungsstarken Akkumulation musikalischer Axiome von Richard Strauss und Tom Waits, Steve Reich und Hardrock. In Hinblick auf den Unterhaltungswert geriet Irene Disches Aktualisierung der Episoden dem Original mit dem hochgereckten pädagogischen Besserungsprügel ebenbürtig. Der Zustand „Struwwelpeter“ also als Ausgangspunkt, nicht aber als verhaltensauffällige, abschreckende Endstation.

Irene Dische will keine realistische, sondern eine prototypische Handlung. Eigentlich ist ihr Struwwelpeter ein Engel, der den Menschen in seiner Gastfamilie allmählich klarmacht, dass es verschiedene Formen von Freiheit gibt. So platzt er herein wie die Lichtgestalt in die Großindustriellen-Familie aus Pasolinis „Teorema“.

Colemans Musik gibt sich dazu mit gewinnender und virtuos instrumentierter Geschmeidigkeit.

Coleman kann ausgezeichnet für Stimmen komponieren, gerade weil er neben guter Diktion und einer zwar komplexen, doch ohne extreme Anspannungen zu meisternden Sanglichkeit kaum außergewöhnliche Ausdrucksmittel einfordert.

Das ist Neue Oper zum Genießen mit dankbaren Aufgaben für das Ensemble, für dieses allerdings verbunden mit großer Verantwortung. Denn es bedarf starker Bühnencharaktere, um in diesem suggestiven Mix der Stile und deren mehrfach berückender Nähe zu Richard Strauss‘ Sopran-Zaubereien zu bestehen. Einige musikalische Passagen sind fast noch süßer als die Lakritzschlangen, zu deren verbotenem Genuss Struwwelpeter Casparina verlockt.

So wird diese neue Kammeroper zu bestechend homogener Instagram-Poesie: Perfekte Farben, perfekte Klänge und politisch korrekte Haltung. Ein Vorzeigestück par excellence.

 

rbbkultur, Imke Griebsch, 27.10.2019

Eine einfühlsame Erkundung darüber, wie die Aufnahme eines Flüchtlingskinds in ein bürgerliches Milieu das Umfeld verändert.

 

Märkische Allgemeine, Ann Brünink, 31.10.2019

Wen die Musik zu Beginn genervt hat, der hat die Absicht des Komponisten Coleman erfasst. Sie soll stören, denn sie stellt den schwierigen Flüchtlingsjungen akustisch dar, und sein Motiv taucht im Verlauf des Stückes immer wieder auf.

Musikalisch überzeugend ist auch der Schluss: Als sich alle Personen gewandelt haben, singen sie gemeinsam ein Madrigal von Trombonicino. Die sanfte Melodie vermittelt wunderbar, wie erleichtert alle sind, den Weg zu sich selbst gefunden zu haben.

Begeisterter, nicht enden wollender Applaus für dieses moderne Musiktheaterstück!

 

Meetingpoint Brandenburg, Helga Stöhr-Strauch, 31.10.2019
„Ahead of Struwwelpeter“: Musikalisch brillant

Während die Szenerie mit ihren vielen Anspielungen auf Heinrich Hoffmanns 1847 erschienenes Kinderbuch einfach zu viel will, überzeugt der Abend musikalisch. Die Brandenburger Symphoniker und das kleine aber feine Ensemble Quillo präsentieren sich in
Hochform; die Solisten brillieren und der Komponist hat sich mit seinem eigentümlichen Mix aus schrillen Elementen der modernen Musik, Anlehnungen an Kurt Weill und einem kühnen Renaissance-Zitat nicht nur einen Traum erfüllt, sondern auch ganze Arbeit geleistet.

 

Bayreuther Festspiele


The New Listener, August 2019: Oliver Fraenzke

Bei allem unentbehrlich, wenngleich bedauernswerterweise selten nur im Vordergrund zu hören, das Karlsbader Symphonie Orchester unter David Robert Coleman. Plastisch im Klang und dynamisch wohl abgestimmt verhelfen erst die Instrumentalisten den Sängern zu ihren Höhenflügen, sorgen für den fruchtbaren Boden, auf dem alles andere erblüht.

Coleman sucht Beziehungen zwischen den einzelnen Phrasen und Teilen, hält große Kontexte zusammen und fokussiert die instrumentale Abstimmung, so dass alles in logischer wie organischer Konsequenz abläuft und sich zusammenfügt. Dem Schwebenden und Nicht-materialistischen misst er dabei besonderen Stellenwert bei, wodurch impressionistische oder besser gesagt naturalistische Ausdruckswelten entstehen.

Überflüssiger Effekthascherei schwört Coleman ab, zieht die Energie rein aus der vorhandenen Substanz, die er unmittelbar ans Publikum vermittelt.

http://www.the-new-listener.de/index.php/2019/08/15/ein-kobold-in-bayreuth/

 

Composer

Looking for Palestine

Luzerner Zeitung, 24. 08. 2018; Roma Kühne
“Die ruhelose Musik, die kantigen Wechsel, die dramatischen Zuspitzungen zeichnen einsichtig den Konflikt, ja die Zerrissenheit der amerikanisch-palästinensischen Autorin Najla Said, als sie in ein israelisches Bombardement gerät.”
https://www.luzernerzeitung.ch/kultur/

Salzburger Nachrichten, 18.08.2018
“Coleman formt aus diesem Monolog herbe Gesangslinien, die sich in einen rasenden Gedankenstrom entwickeln.”
https://www.pressreader.com/austria/salzburger-nachrichten/20180818/

Nachrichten. AT, 17.08.2018
„Bei den Salzburger Festspielen stand mit “Looking For Palestine” ein bewegendes Werk auf dem Programm. David Robert Coleman hat die Emotionen ideal mit seiner Musik eingefangen. Mit “Looking for Palestine” gab es eine auch das Publikum bewegende Aufführung einer absolut notwendigen Novität, die ideal zum Bruckner’schen Kosmos passte.”
https://www.nachrichten.at/nachrichten/kultur

Wiener Zeitung, 17.08.2018, Reinhard Kriechbaum
“Was als Musik recht vordergründig und marktschreierisch daherkommen könnte, hat David Robert Coleman, der sein Handwerk bei Wolfgang Rihm und George Benjamin gelernt hat, mit gebändigter Expressivität umgesetzt. Die Töne der elektronisch verstärkten arabischen Laute (Oud) sind eingewoben in dichte, über weite Strecken flirrende Klangflächen. Das ist mit Augenmaß gesetzt, so dass sich die Sopranistin Elsa Dreisig ohne Forcierung behaupten konnte gegen das Riesenorchester.”
https://www.wienerzeitung.at/

Der Standard, Drehpunkt Kultur, 17.08.2018, Heidemarie Klabacher
„Looking for Palestine” ist ein Auftragswerk der Daniel-Barenboim-Stiftung. Der Komponist David Robert Coleman des gut halbstündigen Monodramas ist um Distanz zu jeglicher Kriegs-Malerei bemüht. Er setzt auf den Wechsel von gesprochenen, rezitierten und nur wenigen gesungenen Passagen. Die arabische Laute Oud, elektronisch verstärkt gegenüber dem vollen Orchester, bringt spannende Klangfarben ohne folkloristische Note. Eine kleine, aber wichtige und vom Publikum jubelnd befürwortete Feierstunde.”
http://www.drehpunktkultur.at

 

Starry Night

Pizzicato
„Coleman schreibt eine gemäßigt moderne, immer sehr ausdrucksvolle Musik, die sich durch ihren großen Ideenreichtum auszeichnet.“

Wdr 3
„Sprachlich ist der Dirigent und Komponist also vielleicht eher Brite, musikalisch eher Deutscher, denn es waren vor allem Komponisten wie Karlheinz Stockhausen oder Wolfgang Rihm, die sein Interesse für Musik und Komposition geweckt haben.“



Hans im Glück

Berliner Morgenpost
„Von atonaler Musik bis zu Varieté- und Schlageranleihen reicht die Komposition von David Robert Coleman.“


Naxos Classical Music – Naxos Album Reviews

colCDBorn and musically educated in England, David Coleman spends much of his time in central Europe, most of the works on this disc written for German musicians. Stylistically it is a very personal voice that often marries tonality and atonality, the opening track, Zwiegesprach, for solo viola, finding that mix working perfectly. Starry Night, which gives the disc its name, is scored for piccolo, piano and ten instruments, and falls into the world of hard-core serialism with fleeting moments of melody. Fanfare and Palimpsest is a rather unusual title for a short piece of transparent delicacy, the disc ending with the pleasing Three Character Pieces scored for viola and piano. The release has been assembled from recordings made between 2002 and 2012, the two most extended scores conducted by Coleman. There are many soloists, including outstanding contributions from Igor Begelman’s clarinet and Felix Schwart’s viola, the sound amazingly consistent in ambience when recorded in so many locations, and as an introduction to Coleman it is an admirable release. © 2014 David’s Review Corner

https://www.naxos.com/reviews/reviewslist.asp?catalogueid=9.70202&languageid=EN


 

Musiktheater für Kinder
Im Kuhdirndl ins All

Die Staatsoper mit David Robert Colemans „Hans im Glück“ hat sich dabei besonders ins Zeug gelegt. …
Jedenfalls ist in der Werkstatt am Schillertheater nicht nur echt Neue Musik zu hören, mit radikalem Zugriff auf die Instrumente, mit wunderbar zwischen Nonsens und großer Tradition schwebenden Passagen und einer temporeichen, raffiniert ausgetüftelten Partitur. ….
https://amp-tagesspiegel-de.cdn.ampproject.org



Staatsoper Berlin: Wenn du geschwiegen hättest

Sybill Mahlke 11.07.2016

David Robert Coleman dirigiert mit meisterlicher Intensität die Staatskapelle in solistischer Formation, die der Partitur mit allen Aspekten der Tonproduktion gerecht wird: dominierende Flöten in den verschiedensten Spieltechniken, Klappen- und Nebengeräusche. Zikaden am Tag, Grillen in der Nacht, langsam wird der Atem ausgehaucht.  Je mehr man ihr zuhört, gewinnt diese Musik an faszinierender Eigenart. Coleman weiß um die magische Unerbittlichkeit leiser Trommelschläge.

https://amp-tagesspiegel-de.


Composer /Pianist


David Coleman Musik für den idealen Schauspieler

coleman_portrait_1ausschnitt von Ulrich Amling

David Coleman spielt bei „intonations“ gemeinsam mit Andreas Ottensamer
die neuen „Drei Stücke für Klarinette und Klavier“.
Bei „intonations“ sitzt das Multitalent am Flügel.
… http://www.tagesspiegel.de


Zur Premiere von Wagner/Jelinek ‘Reingold’ Berliner Staatsoper
IMG_8150_web

Nachtkritik, Georg Kasch, 09-03-2014:

Da werden die herrlichsten Perkussionsinstrumente hereingefahren aus Gongs, Waschbrettern und Spiralen, auf denen sich aus dem Wagner’schen Ohrwurmrhythmus ein veritabler Fabriklärm entwickelt. Das ist ebenso beeindruckend wie die übrige Musiküberschreibung von David Robert Coleman, der das „Ring“-Best-of hier und da verfremdet, Sequenzen in Loops steigert, rhythmisch verschiebt oder Störgeräusche einbaut, aber im Ganzen doch das Original blühen lässt (was die hundertköpfige Staatskapelle unter Markus Poschner lustvoll in den wohligen Rausch treibt).“


 

Oper Lulu von Alban Berg david_r_coleman_klein
Staatsoper Berlin

»… Den Nervenkitzel erhöhte noch die Ankündigung einer Uraufführung: der geschickt-einfühlsamen, sehr überzeugenden Neufassung des dritten Aktes von David Robert Coleman, der den Prolog und das Paris-Bild eliminiert, aber die London-Szene neu orchestriert hat.«

Wolfgang Goertz ‘Die Zeit’ April 2012


Forum Neue MusikYS2M9964
mit David Robert Coleman
und dem hr-Sinfonieorchester im Sendesaal

»… Über ausgiebigen Applaus durfte sich der Komponist und Dirigent David Robert Coleman freuen anlässlich der deutschen Erstaufführung seiner Komposition ‘Ibergang’ (2008). Mit der jiddischen Bezeichnung für einen Übergang im Titel, der solistischen Stellung der Klarinetten sowie der eigentümlichen Verbindung von Akkorden und Basstuba ergaben sich Klezmer- Asozialionen. Coleman eröffnete noch weitere Felder mit formal und inhaltlich offener Disposition. beim melodischen Tanz des Soloklarinettisten Igor Begelmann ergaben sich auch in spieltechnischer Hinsicht keine Einschränkungen.«

Benedikt Stegmann FAZ März 2012


 “Youth Orchestra of the Americas”

What a thunderous opening! YOA06113

“Donnerwetter, welch`ein Beginn! Die young.euro.cliassic-Konzertserie ist triumphal ins Konzerthaus zurückgekehrt und pfefferte mit dem “Youth Orchestra of the Americas” unter David Robert Coleman in einer wahren musikalischen Torserie sofort in die Herzen der Zuhörer.

(What a thunderous opening! The Young Euro Classic concert series returned triumphantly to the Konzerthaus and scored a musical hit with the “Youth Orchestra of the Americas” under the direction of David Robert Coleman.)

Klaus Geitel, Berliner Morgenpost